Mediakraft war einer der bekanntesten Namen aus der frühen professionellen YouTube-Szene in Deutschland. Das Unternehmen brachte Creator, Online-Videos, Werbung und Marken zusammen und half dabei, aus erfolgreichen YouTube-Kanälen professionelle Medienangebote zu machen.
Vor allem in den 2010er-Jahren wurde Mediakraft Networks eng mit dem Aufstieg deutscher YouTuber verbunden. Bekannte Creator arbeiteten zeitweise mit dem Netzwerk zusammen. Gleichzeitig gab es öffentliche Konflikte, die eine Diskussion über Verträge, Abhängigkeiten und die Rolle von Multi-Channel-Networks auslösten.
Was ist Mediakraft?
Mediakraft Networks war ein deutsches Unternehmen rund um Online-Videos, Creator und digitale Vermarktung. Bekannt wurde die Firma hauptsächlich durch ihre Zusammenarbeit mit YouTube-Kanälen. Mediakraft wurde 2011 gegründet. Das Unternehmen entstand damit in einer Zeit, in der YouTube in Deutschland stark an Bedeutung gewann, die professionelle Creator-Wirtschaft aber noch am Anfang stand.
Mediakraft gehörte zur Kategorie der sogenannten Multi-Channel-Networks, kurz MCNs. Solche Netzwerke arbeiteten mit vielen YouTube-Kanälen gleichzeitig und boten den Creatorn verschiedene Dienstleistungen an. Dazu konnten beispielsweise Vermarktung, Beratung, technische Unterstützung und die Vermittlung von Kooperationen gehören. Auch die professionelle Produktion von Online-Inhalten spielte eine Rolle.
Die Geschichte von Mediakraft Networks
Die Geschichte von Mediakraft Networks begann 2011. Zu den Gründern gehörten unter anderem Christoph Krachten und Jan Schlüter. Krachten war bereits früh im Bereich Webvideo aktiv und beschäftigte sich mit den Möglichkeiten, die YouTube für neue Medienformate bot.
Die Ausgangslage war günstig. Immer mehr junge Menschen schauten Videos im Internet, während gleichzeitig neue YouTube-Kanäle entstanden. Einige dieser Kanäle erreichten innerhalb kurzer Zeit Zuschauerzahlen, die früher hauptsächlich mit klassischen Medien verbunden wurden.v
Wie funktionierte das Geschäftsmodell von Mediakraft?
Das Geschäftsmodell von Mediakraft Networks lässt sich am besten verstehen, wenn man sich die damalige YouTube-Landschaft anschaut. Heute können erfolgreiche Influencer häufig eigene Managementteams beschäftigen oder direkt mit spezialisierten Agenturen arbeiten. Anfang der 2010er-Jahre war diese Infrastruktur wesentlich weniger entwickelt.
Multi-Channel-Networks sollten diese Lücke schließen. Ein Creator brachte vor allem seine Persönlichkeit, Ideen, Inhalte und Community mit. Mediakraft konnte auf der anderen Seite geschäftliche und organisatorische Unterstützung anbieten.
Welche YouTuber waren bei Mediakraft?
Ein wesentlicher Grund für die Bekanntheit von Mediakraft waren die Creator, die zeitweise mit dem Netzwerk verbunden waren. Dazu zählten verschiedene große Namen aus der damaligen deutschen YouTube-Szene. Je nach Zeitraum gehörten oder gehörten unter anderem Kanäle und Persönlichkeiten wie Y-Titty, Die Lochis, LeFloid, Simon Unge, ApeCrime, Freshtorge und daaruum zum Umfeld des Netzwerks.
Dabei sollte berücksichtigt werden, dass sich Netzwerkzugehörigkeiten im Laufe der Jahre änderten. Nicht jeder Creator arbeitete während der gesamten Existenz des Unternehmens mit Mediakraft zusammen.
Warum wurde Mediakraft kritisiert?
Mit dem schnellen Wachstum kamen auch Probleme. Mediakraft wurde besonders durch öffentliche Kritik einiger Creator kontrovers diskutiert. Der bekannteste Fall war die Auseinandersetzung mit Simon Unge Ende 2014.
Unge veröffentlichte damals ein Video, in dem er öffentlich über seine Situation sprach und schwere Vorwürfe gegen Mediakraft erhob. Im Mittelpunkt standen unter anderem seine vertragliche Beziehung zum Netzwerk und seine Unzufriedenheit mit der Zusammenarbeit. Mediakraft widersprach verschiedenen Darstellungen und veröffentlichte seinerseits Stellungnahmen.
Mediakraft und die Entwicklung des Influencer Marketings
Trotz der Kontroversen lässt sich die Bedeutung von Mediakraft Networks für die deutsche Creator Economy nicht nur auf Konflikte reduzieren. Das Unternehmen gehörte zu den frühen Akteuren, die erkannten, dass Online-Creator wirtschaftlich ähnlich relevant werden konnten wie klassische Medienpersönlichkeiten.
Heute erscheint das selbstverständlich. Unternehmen investieren große Budgets in TikTok-, Instagram-, Twitch- und YouTube-Kampagnen. Influencer beschäftigen Managementteams, gründen eigene Marken und bauen teilweise internationale Unternehmen auf.
Was geschah mit Mediakraft?
Nach den erfolgreichen Wachstumsjahren und den öffentlichen Kontroversen veränderte sich das Unternehmen deutlich. Ein wichtiger Schritt erfolgte 2017. Die gamigo AG übernahm Mediakraft Networks vollständig. Gamigo war vor allem aus dem Gaming- und digitalen Medienbereich bekannt.
Mit der Übernahme sollte Mediakrafts Erfahrung mit Social Media, Online-Werbung und Influencer Marketing innerhalb einer größeren Unternehmensgruppe genutzt werden. Damit begann ein neues Kapitel. Mediakraft war nun nicht mehr das unabhängige Unternehmen, das es in seinen frühen Jahren gewesen war.
Fazit: Welche Bedeutung hatte Mediakraft für YouTube?
Mediakraft war ein wichtiger Teil der frühen Professionalisierung von YouTube in Deutschland. Das Unternehmen erkannte früh, dass erfolgreiche YouTuber nicht nur Hobby-Videomacher waren. Sie konnten große Communities aufbauen, Werbekunden erreichen und langfristig eigene Medienmarken entwickeln.
Mediakraft versuchte, daraus ein professionelles Geschäftsmodell zu machen. Dabei arbeitete das Netzwerk mit zahlreichen bekannten Creatorn zusammen und half dabei, Online-Video stärker mit der klassischen Werbe- und Medienwirtschaft zu verbinden. Gleichzeitig zeigte die Geschichte von Mediakraft auch die Schwächen des frühen MCN-Modells.
Häufig gestellte Fragen zu Mediakraft
Was war Mediakraft?
Mediakraft Networks war ein deutsches Multi-Channel-Network. Das Unternehmen arbeitete vor allem mit YouTube-Creatorn und unterstützte Bereiche wie Vermarktung, Produktion und Markenkooperationen.
Wann wurde Mediakraft gegründet?
Mediakraft Networks wurde 2011 gegründet. Das Unternehmen wuchs während des starken Aufstiegs von YouTube in Deutschland.
Welche YouTuber waren bei Mediakraft?
Im Laufe der Jahre wurden verschiedene bekannte Creator mit Mediakraft verbunden. Dazu gehörten zeitweise unter anderem Y-Titty, LeFloid, Simon Unge, Die Lochis, ApeCrime, Freshtorge und daaruum.
Warum war Mediakraft umstritten?
Besonders bekannt wurde die öffentliche Auseinandersetzung mit Simon Unge. Darüber hinaus wurde allgemein darüber diskutiert, welchen Nutzen MCN-Verträge erfolgreichen Creatorn boten und wie ausgewogen solche Geschäftsbeziehungen waren.
Was bedeutet Mediakraft Networks?
Der Name bezeichnete ein Netzwerk für digitale Medien und Online-Creator. Mediakraft bündelte verschiedene YouTube-Kanäle und unterstützte deren professionelle Vermarktung.
Mehr lesen: Tommy Krappweis